Jung, körperlich topfit,
Nichtraucher, nicht genetisch vorbelastet, also keinerlei Risikofaktoren
für eine Thrombose - und doch "erwischte" es
Eamonn Toland. Der 30jährige britische Consultant war von
London nach Hongkong geflogen, um dort bei einem Kunden einen
Wochenend-Workshop zu veranstalten, und gleich nach dessen Ende
auch wieder retour. Das bedeutete für ihn, innerhalb von
drei Tagen gut 29 Stunden im Flugzeug zu verbringen. Auf dem
Rückflug holte Toland den in Hongkong zu kurz gekommenen
Schlaf nach. Obwohl er es sich in seinem Business-Class-Sitz
bequem gemacht hatte, spürte er nach dem Aufwachen etwa
fünf bis sechs Stunden später einen leichten schmerzhaften
Krampf in seinem rechten Bein. Nichts Ungewöhnliches für
viele Fluggäste, die viele Stunden
fast regungslos mit angewinkelten Beinen auf ihren Sitzen verbringen.
Im Normalfall rühren diese Schmerzen tatsächlich von
einer Verkrampfung der Wadenmuskeln her. Bei Toland aber hatte
sich eine Thrombose mit darauffolgender Lungenembolie entwickelt.
Beim Verlassen des Flugzeugs war er ohnmächtig geworden.
Als er wieder zu sich kam, konnte er nicht sprechen und hatte
kein Gefühl mehr in seinem rechten Arm. Da die sofort herbeigerufenen
Ärzte des Londoner Flughafens Heathrow aufgrund ihrer langjährigen
Erfahrungen Tolands Symptome richtig zu deuten wussten, war
ihnen sofort klar, was er hatte und was zu tun war. Er wurde
umgehend ins Krankenhaus gebracht und erhielt dort umgehend
ein Anti-Thrombose-Mittel.
In vielen Fällen treten aber erst Tage nach einem Langstreckenflug
Beschwerden auf. Und dann tappen die Ärzte vielfach zunächst
im Dunkeln, weil die ihnen geschilderten Symptome auch auf andere
Krankheitsbilder zutreffen. Zumal der ahnungslos Betroffene
sie nicht mit seinem Flug in Verbindung bringt und ihn daher
dem Arzt gegenüber auch nicht erwähnt.
Glauben Sie nicht, bei Toland handle es sich um einen Einzelfall.
Zwar gibt es noch keine Erhebung über die Häufigkeit
der Reisethrombose. Immerhin aber schätzt das britische
Aviation Health Institute, dass allein in Großbritannien
jährlich rund 30.000 Passagiere eine Reisethrombose erleiden
und mehrere Dutzend ihr auch zum Opfer fallen. Und auch die
2001 veröffentlichte französische Sirius-Studie belegt,
dass Langstreckenflüge -
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das sind Flüge von mehr als vier Stunden Dauer - tatsächlich
mit einem erhöhten Thrombose-Risiko verbunden sind. Eine
Arbeitsgruppe des Pariser Hämatologen Dr. Meyer-Michel
Samama hatte es sich zum Ziel gesetzt, den Stellenwert der einzelnen
Risikofaktoren für eine Thrombose der tiefen Beinvenen
herauszufinden. Fazit der Sirius-Studie: Wer einen Langstreckenflug
antritt, muss offensichtlich mit einem um den Faktor 2,35 erhöhten
Thrombose-Risiko rechnen.
Erschreckend genug ist bereits die Angabe der Deutschen Venen-Liga,
dass jeder Achte an einer chronischen Venenerkrankung leidet
- vielleicht gehören ja auch Sie dazu! Das ist natürlich
bereits ein erheblicher Risikofaktor für eine Reisethrombose.
Es gibt aber noch eine Fülle weiterer Risikofaktoren. Welche
dies sind, erfahren Sie in Ihrer Risiko-Checkliste hier!
Nehmen Sie dies nicht auf die leichte Schulter. Denn: Als Folge
einer Thrombose in den Beinen kommt es allein in Deutschland
in jedem Jahr zu rund 100.000 Lungenembolien - natürlich
nicht nur aufgrund von Langstreckenflügen. Etwa 30.000
der Betroffenen sterben daran - die dreifache Anzahl der jährlichen
Verkehrsunfall-Todesopfer.
Nach all diesen schlechten Nachrichten die gute: Sie können
eine Menge dazu tun, um eine Reisethrombose zu verhindern. Was
und wie, das erfahren Sie hier!
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