| Geht es Ihnen nicht auch so,
dass Sie nach einem mehrstündigen Flug froh sind, wieder
festen Boden unter den Füßen zu haben, damit Sie
eben dieselben vertreten können? Viele Passagiere klagen
während eines solchen Fluges über leichte bis heftige
Schmerzen in den Beinen. Im Allgemeinen rühren sie von
einer Verkrampfung der Wadenmuskeln her. Ebenso gut können
sie aber auch von einer Thrombose in den tiefen Beinvenen ausgelöst
werden, durch die immerhin rund 85 Prozent des Blutes zum Herzen
zurücktransportiert werden. Eine solche Thrombose entwickelt
sich mit Vorliebe dort, wo sich durch das stundenlange Abknicken
der Beine die Gefäße verengen und das Blut an seinem
Rückstrom gehindert und gestaut wird. Es klumpt zu einem
Blutpropf (Thrombus) zusammen, der die Durchblutung der Beine
weiter beeinträchtigt - daher die Schmerzen! In der Regel
löst sich der Thrombus wieder auf, sobald die Passagiere
festen Boden unter den Füßen haben und sich bewegen.
Bereits nach einem kurzen Vertreten der Beine verschwinden die
Schmerzen.
Gelegentlich aber bleibt der Thrombus erhalten und wandert
durch die untere Hohlvene über das rechte Herz bis in
die Lungen hinein. Dort verschließt er dann die Verzweigungen
zu den Lungenarterien. Zerfällt er auf dem Weg in die
Lunge in mehrere Fragmente, dann können diese Bruchstücke
(Emboli, von lat. embolus) sogar mehrere Lungengefäße
blockieren. Die Folge: eine lebensbedrohliche Lungenembolie.
Manche Betroffene zeigen grippe-ähnliche Symptome wie
Husten und Brustschmerzen, die verschwinden, wenn sich die
Embolie auflöst. Andere klagen über erhebliche Brustschmerzen,
hinter denen die Ärzte in der Regel zunächst eine
Herzattacke vermuten und eine entsprechende Behandlung einleiten.
Bleiben die Lungenarterien verschlossen, dann besteht höchste
Gefahr. Es kann zum Lungeninfarkt kommen, oft mit tödlichen
Folgen.
Neben dem mehr oder weniger beengten Sitzen können auch
andere flugspezifische Faktoren zur Entstehung einer Reisethrombose
beitragen. Da die Luft in der Kabine bei einer Reiseflughöhe
von etwa 10.000 bis 12.000 Metern viel zu dünn wäre,
wird ein Luftdruck erzeugt, wie er in etwa 2500 Metern Höhe
herrscht. Wenn Sie in dieser Höhe ungeübt durchs
Gebirge wandern,
|
 |
dann wird Ihnen schnell die
Luft ausgehen! Bei diesem niedrigen Luftdruck dehnen sich Ihre
Venen, der Blutstrom wird langsamer und die Gefahr der Blutgerinnung
steigt - günstige Voraussetzungen für eine Thrombose.
Dazu kommt, dass die Luftfeuchtigkeit in der Kabine nur etwa
drei Prozent beträgt - selbst in der trockenen Sahara ist
es feuchter. Die Folge: Ihr Körper verliert Flüssigkeit,
das Blut wird dickflüssig - ein weiterer gefährlicher
Faktor für die Entstehung einer Thrombose. Übermässiger
Alkoholgenuss ist ein ebenso brisanter Risikofaktor. Denn auch
Alkohol entzieht dem Körper in erheblichem Maße Flüssigkeit!
Nicht zuletzt aufgrund dieser flugspezifischen Faktoren birgt
ein Langstreckenflug nach Ansicht von Experten offensichtlich
ein höheres Thrombose-Risiko in sich als eine ähnlich
lange Bahn- oder Busfahrt.
|