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Sie macht vor niemandem Halt

Eines dürfte doch sicher sein: Als Werk böser Geister, die in Ihrem Kopf wüten, sehen Sie die Migräne bestimmt nicht an! Das aber war sie in den Augen der Sumerer, Babylonier und Assyrer, die bereits 4000 Jahre vor Christus unter dieser Höllenkrankheit litten und die "bösen Geister" mit Gebeten an die Götter oder - profaner - mit übel riechenden Substanzen zum Aufgeben bewegen wollten. Half alles nichts, bohrten in besonders schlimmen Fällen die Ärzte der Vorzeit ein Loch in den Schädel des Kranken (so genannte Trepanation), um den bösen Geistern die Möglichkeit zu geben zu entweichen.

Dass bereits auch Ihre ältesten Vorfahren unter Migräne litten, ist sicherlich kein Trost für Sie. Ein Trost mag es aber sein, dass es heute bereits weitaus wirksamere Mittel gibt als das Aufbohren Ihres Schädels. Und ein weiterer Trost sollte es für Sie sein, dass gemeinsam mit Ihnen viele Millionen Mitmenschen migränekrank sind! Denn das hat - bei allem Leid - auch seinen Vorteil: Da die Migräne zu den häufigsten Volkskrankheiten zählt, wird natürlich besonders intensiv nach ihren Ursachen geforscht und nach wirksamen Therapien gefahndet.

Migräne hat das Leben vieler Menschen verdunkelt. Große Politiker und Feldherren wie Julius Caesar, Napoleon Bonaparte und Thomas Jefferson, der "Architekt" der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, sollen ebenso davon betroffen gewesen sein wie die Maler Vincent van Gogh, George Seurat und Claude Monet, die Schriftsteller Cervantes ("Don Quijote"), Lewis Carroll ("Alice im Wunderland") und Virginia Woolf.



 

Auch der "Erfinder" der Psychoanalyse, Sigmund Freud, litt unter Migräne, ebenso der große deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche und Karl Marx, der Begründer einer neuen Weltideologie.
In den Industrieländern ist jeder Zwölfte Migräniker, in den Ländern der Dritten Welt liegt diese Zahl deutlich niedriger. Offensichtlich ein Anzeichen dafür, dass "typische" Merkmale der industrialisierten Welt Migräne auslösen können, zum Beispiel Stress, außergewöhnliche Belastungen, Verkehrslärm usw. Im Vergleich der Geschlechter sind die Frauen stark benachteiligt: Dreimal mehr Frauen leiden unter Migräne als Männer.

Zwar kann Migräne in jedem Alter erstmals auftreten, immerhin aber machen in der Hälfte aller Fälle Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren das erste Mal Bekanntschaft mit diesem Leiden und seinen überaus unangenehmen Begleiterscheinungen. Besonders häufig treten Migräneanfälle bis zum vierzigsten Lebensjahr auf, dann nehmen sie zum Glück der Betroffenen allmählich ab oder bleiben sogar völlig aus.

Sowohl die Diagnose der Migräne als auch die Therapie sind, folgt man aktuellen Untersuchungen, noch in erheblichem Maße verbesserungswürdig. Immerhin gaben in einer Umfrage aus dem Jahre 2000 46 Prozent der befragten Migräniker an, vom Arzt nicht verstanden zu werden. 31 Prozent glauben, dass man ihnen nicht helfen kann. Und sogar zwei Drittel der Befragten waren der Ansicht, dass auch nicht genug getan wird, um ihnen zu helfen. Nach der Lektüre dieser Broschüre werden Sie hoffentlich anderer Ansicht sein!

  Die rund 120 Millionen Migräniker, die man weltweit vermutet, erleiden nach einer Hochrechnung jährlich zusammen rund 1,4 Milliarden akute Migräneanfälle.