Über die Ursachen der Migräne als ein von vielen als
unerträglich empfundenes Leiden haben sich über viele
Jahrzehnte hinweg weltweit Kopfschmerz- und Migräneforscher
Kopf- schmerzen gemacht - bisher vergebens! Eine ganze Reihe
von Vermutungen wurden an- und Hypothesen aufgestellt: von einer
Erkrankung der Blutgefäße im Gehirn bis zur psychischen
Störung mussten alle nur denkbaren Erklärungen herhalten.
Seien Sie beruhigt: Um beides handelt es sich bei Ihrer Migräne
mit Sicherheit nicht!
Mithilfe hochmoderner Diagnoseverfahren wie Magnetresonanz-Imaging
(MRI) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET) lässt
sich die Migräne heute in ihren Auswirkungen auf das
Gehirn bildlich sichtbar machen und sogar messen. Aufnahmen,
die während eines Migräneanfalls vom Gehirn gemacht
werden, zeigen, dass bei den Betroffenen eine bestimmte Zone
des Mittelhirns beschädigt ist und durch jeden Anfall
weiter geschädigt wird. Es ist jenes Gehirnareal, das
als Schmerzkontrollzentrum gilt. Ist es beschädigt, schaltet
es sich offensichtlich nicht mehr ein, um Schmerzen zu verhindern
- die "Hölle im Kopf" beginnt! Fortwährender
Kopfschmerz lässt die Schädigung weiter fortschreiten
- und damit die Schmerzkontrolle immer mehr aus den Fugen
geraten. Die Experten vermuten, dass dieses Gehirnareal bei
Migränikern bereits von Anfang an funktionsgestört
ist, eventuell aufgrund einer genetischen Veranlagung. Diese
Schädigung ist - da sind sich die Wissenschaftler allerdings
sicher - nur einer von mehreren Faktoren, die Migräne
verursachen können.
Weitere Faktoren wurden mithilfe der Molekularbiologie und
der Genomforschung entdeckt. Aller Wahrscheinlichkeit nach
sind auch krankhafte Veränderungen (Mutationen) eines
bestimmten Gens dafür verantwortlich, dass es zur Migräne
kommt. Unterschiedliche Mutationen dieses Gens lösen
verschiedene Krankheiten aus, so beispielsweise die seltene
"familiäre hemiplegische Migräne", die
mit einer mehrstündigen bis mehrtägigen einseitigen
Lähmung (Hemiplegie) einhergeht. Inzwischen häufen
sich die Beweise, dass Mutationen dieses Gens auch am Entstehen
der herkömmlichen Formen der Migräne mit und ohne
Aura beteiligt sind. Wie kommt es von der Mutation des Gens
zur Migräne? Welche Mechanismen stecken dahinter? Das
sind die brennend aktuellen Fragen, die derzeit die Migräneforschung
beschäftigen.
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Mittlerweile
weiß man auch mehr über einige vom Körper selbst
hergestellte so genannte Botenstoffe, die in dem "multifaktoriellen"
Migräne-Geschehen eine wichtige Rolle spielen. Da ist beispielsweise
Serotonin, ein Botenstoff, vielen als "Glückshormon"
bekannt. Wenn es jemandem zeitweise an diesem Botenstoff mangelt,
macht es ihn jedoch eher unglücklich: Er erleidet mit ziemlicher
Wahrscheinlichkeit einen Migräneanfall. Serotonin hat unter
anderem die Aufgabe, die Blutgefäße im Gehirn zu
verengen oder zu erweitern. Bei einem Serotonin-Mangel verengen
sich die Gefäße im Gehirn - dadurch wird die Durchblutung
vermindert, Grund für die migränetypische Übelkeit,
für Wahrnehmungsstörungen, Gereiztheit usw. Kurz darauf
erweitern sich die Gefäße wieder und das Blut strömt
vermehrt ins Gehirn - eine Erklärung für die wellenartig
an- und abschwellenden pochenden Kopfschmerzen, die den Migräniker
im Hauptstadium einer Attacke überfallen. Auch dem körpereigenen
Botenstoff Stickstoffoxid (NO) wird inzwischen eine wesentliche
Rolle bei der Entstehung der Migräne zugeschrieben. Auch
NO wirkt gefäßerweiternd und scheint außerdem
die Aufgabe zu haben, Schmerzen zu verstärken. Produziert
der Körper aus irgendwelchen Gründen mehr Stickstoffmonoxid
als "normal", dann führt dies sofort zu migräneartigen
Kopfschmerzen, die bei einem Migräniker allerdings sehr
viel stärker ausgeprägt sind als bei Gesunden. Die
genauen Mechanismen, über die NO wirkt, müssen noch
aufgeklärt werden.
Fest steht aber auch, dass es in bestimmten Situationen durch
so genannte Auslösefaktoren (Trigger) zu Veränderungen
im Gehirn kommt, möglicherweise auch zu einer Entzündung
der Blutgefäße. Durch diese Entzündung werden
vermutlich die Schmerzrezeptoren im Gehirn so empfindlich,
dass allein schon das Pulsieren der Blutgefäße
den typischen pochenden Migränekopfschmerz bewirkt. Mehr
über diese Trigger und Tricks, wie Sie diese aufspüren
und ausschalten können, lesen Sie in dieser Broschüre.
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