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Wenn Spannung unerträglich wird:

Spannungskopfschmerzen
Als wäre der Kopf in einen viel zu engen Helm oder sogar in einen Schraubstock eingezwängt, der immer enger zugedreht wird - so beschreiben viele Patienten mit Spannungskopfschmerzen ihr Empfinden. Fast übereinstimmend werden die Schmerzen als auf beiden Kopfseiten dumpf-drückend oder ziehend bezeichnet - Schmerzen, die nicht selten bis in Nacken, Schultern und sogar bis in den Rücken hinein ausstrahlen. Unangenehme Begleiterscheinungen sind vielfach Übelkeit und Schwindel. Wer Glück hat, der wird von diesen Kopfschmerzen gelegentlich nur stundenweise heimgesucht, bei weniger Begünstigten halten sie tagelang an. Treten diese Kopfschmerzen nur hin und wieder auf, sprechen die Mediziner von episodischen Spannungskopfschmerzen. Kehren sie über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr täglich wieder, dann gelten sie als chronisch.

Ausgelöst wird dieser häufigste Kopfschmerztyp offensichtlich dadurch, dass der Betroffene "unter Spannung" steht, die sich in Kopfschmerzen entlädt. Daher der Name! Und wie oft stehen Sie in Ihrem Leben unter Spannung, etwa durch Zeit- und Leistungsdruck. Da müssen Sie die Zähne zusammenbeißen (Anspannung des Kiefers), den Kopf oben halten (Halsmuskeln), schlimmstenfalls den Nacken hinhalten (Nackenmuskeln) und breite Schultern zeigen (Schultermuskeln). Neben körperlichen Anspannungen können auch rein seelische Spannungen zu ("psychogenen") Spannungskopfschmerzen führen.

Zum Glück sehr selten: Clusterkopfschmerzen
Die wohl heftigsten aller Kopfschmerzarten, die Clusterkopfschmerzen, treten zum Glück nur selten auf: Nur 0,5 Prozent aller Männer und nur 0,1 Prozent Frauen leiden unter dieser Art primärer Kopfschmerzen, deren Ursache noch weitgehend unbekannt ist. Clusterkopfschmerzen nennt man sie, weil sie sich zu bestimmten Jahreszeiten häufen (engl. cluster = Anhäufung), im Frühjahr und Herbst mehr als zu den anderen Jahreszeiten. Haben Sie unerträglich starke Kopfschmerzen nur in einer Stirnhälfte oder Augenhöhle, die bis in den Oberkiefer ausstrahlen? Werden Sie von diesen Kopfschmerzen mehrmals am Tag in Attacken von einer Viertelstunde bis zu anderthalb Stunden heimgesucht? Sind Sie dann wieder über Monate schmerzfrei? Dann gehören Sie mit aller Wahrscheinlichkeit zu den Opfern der Clusterkopfschmerzen! Vor allem auch dann, wenn diese Kopfschmerzen von allergie-ähnlichen Symptomen wie Augenrötung, verengten Pupillen, übermäßigem Tränenfluss und Triefnase begleitet werden. Immerhin aber können Sie sehr viel tun bzw. unterlassen, um sie dauerhaft loszuwerden. In rund 50 Prozent aller Fälle ist Alkohol der Auslöser. Als weitere Auslöser kennt man Nikotin, grelles Licht und Aufenthalt in großen Höhen. Alles das können Sie mehr oder weniger leicht vermeiden! Leiden Sie aber auch weiterhin an Clusterkopfschmerzen, dann wird Ihnen Ihr Arzt Medikamente verschreiben, mit denen auch Migränepatienten behandelt werden.
 



Höllische Kopfschmerzen mit teuflischen Begleitern:

Migräne
Ein unverwechselbares Merkmal gab der Migräne schon vor fast zwei Jahrtausenden ihren Namen: Galen, der griechische Leibarzt des römischen Kaisers Mark Aurel, nannte sie "hemicrania" - halber Schädel. In der Tat: Die meisten Migräniker berichten, dass sie die höllischen Kopfschmerzen nur auf einer Seite des Kopfes empfinden.

Leiden Sie als Migräniker gelegentlich unter Heißhunger auf bestimmte Speisen? Sind Sie von einem Tag auf den anderen hundemüde, obwohl Sie ausreichend geschlafen haben, oder - im Gegenteil - geradezu hyperaktiv? Sind Sie gereizt oder verstimmt, ohne dass Sie einen Grund dafür nennen könnten? Oder etwa depressiv oder ängstlich? Alles das können "Vorboten" (fachlich: Prodrome) eines nahenden Migräneanfalls sein. Einer von drei Betroffenen leidet an einer Migräne mit derartiger "Ansage", die unangenehme Begleiter im Schlepptau hat: Übelkeit bis hin zum Erbrechen, enorme Geräusch- und Lichtempfindlichkeit. Daher bevorzugen Migräniker während der Attacke, die bis zu drei, vier Tage anhalten kann, Bettruhe in dunklen, ruhigen Räumen. Das klingt alles andere als einfach. Und doch wird diese Art von Migräne von den Medizinern "einfache Migräne" oder Migräne ohne Aura genannt.

Oder geht es Ihnen etwa so? Es beginnt vor Ihren Augen zu flackern und zu flimmern, Sie sehen Schleier und Schlieren, Zickzacklinien wie bei einem historischen Fort (daher fachlich: Fortifikation) oder sogar anhaltend einen "blinden Fleck" (fachlich: Skotom). Außerdem beginnen Ihre Gliedmaßen zu kribbeln, Hände und Beine fühlen sich taub an, wie gelähmt. Des Weiteren tun Sie sich schwer damit, Worte deutlich auszusprechen. Diese Störungen werden immer stärker, bis dann von einer Minute zur anderen zumeist im Bereich einer Schläfe oder um ein Auge herum hämmernde, pochende oder pulsierende Kopfschmerzen einsetzen. Wenn es Ihnen so ergeht, dann leiden Sie an Migräne mit Aura. Die Störungen strahlen vom Gehirn in alle Körperteile aus. Die nach den Aura-Erscheinungen einsetzenden Kopfschmerzen sind im Allgemeinen kürzer als bei der "einfachen" Migräne. Wer Glück hat, bei dem verschwinden sie bereits nach einigen Stunden wieder so plötzlich, wie sie gekommen sind.

Wenn die Aura-Symptome länger als eine Stunde anhalten, dann sprechen die Mediziner von einer Migräne mit verlängerter Aura ("Komplizierte Migräne"). Bleiben die Störungen, etwa der "blinde Fleck", länger als eine Woche, dann droht die Gefahr eines "migranösen Infarkts", eventuell sogar eines Schlaganfalls.

Ebenso wie Clusterkopfschmerzen kann auch ein akuter Migräneanfall von bestimmten "Risikofaktoren" ausgelöst werden (fachlich: Trigger), die allerdings von Migräniker zu Migräniker unterschiedlich sein können.