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Ein klares Wort zu Beginn: Heilen lässt sich Migräne
nicht - noch nicht! Zwar werden immer mehr Details der Mechanismen
aufgeklärt, eine viel versprechende ursächliche
Behandlungsmethode lässt jedoch noch auf sich warten.
Allerdings sind die Wissenschaftler zuversichtlich, bald schon
erhebliche therapeutische Fortschritte erzielen zu können.
Darauf sollten Sie natürlich keineswegs warten! Lassen
Sie sich nicht von der Migräne beherrschen, sondern unternehmen
Sie alles, was möglich und dabei auch sinnvoll ist, um
diese Krankheit weitestgehend in den Griff zu bekommen. Sie
haben eine Fülle von Möglichkeiten zur Hand, um
dies zu erreichen.
Oberstes Ziel sollte es sein, Ihre persönlichen Migräne-Risikofaktoren
zu erkennen und zu vermeiden. Nach dem Motto: Die beste Migräne
ist die, die erst gar nicht entsteht! Hier ist Ihr Kopfschmerz-
und Migränetagebuch eine wirksame Hilfe!
Halten Sie nach Möglichkeit einen gleichmäßigen
Tagesrhythmus ein - auch am Wochenende oder im Urlaub. Das
bedeutet z.B., möglichst immer zur gleichen Zeit aufstehen
und ins Bett gehen, zur gleichen Zeit Ihre Mahlzeiten einnehmen.
Nehmen Sie sich nicht zu viel vor, machen Sie dagegen immer
wieder Entspannungspausen. Sagen Sie Nein zu allem, was Ihren
Rhythmus zu stören droht. Halten Sie sich andererseits
nicht sklavisch an Ihre Tagesplanung, vermeiden Sie jede Perfektionismusfalle
und lassen Sie Fünf mal gerade sein. Sonst setzen Sie
sich selbst zu sehr unter Spannung und Stress - und die nächste
Attacke folgt auf dem Fuße.
Ganz gleich, ob Stress und Leistungsdruck Ihr Migräne-Auslöser
sind oder nicht, Entspannung ist für Migräniker
immer sinnvoll. Machen Sie regelmäßige Entspannungsübungen,
beispielsweise progressive Muskelentspannung, Autogenes Training
oder Yoga. Fragen Sie Ihren Arzt, wozu er Ihnen rät,
und besorgen Sie sich entsprechende Literatur, Audio- und
Videokassetten.
Vor allem sollten Sie regelmäßig Sport treiben,
der Ihnen Spaß macht, und viel spazieren gehen - das
entspannt Sie und Ihr Gehirn. Studien belegen, dass vor allem
Ausdauersportarten wie Jogging Migräneattacken sogar
vorbeugen können.
Indem Sie diese Tipps beherzigen, können Sie dafür
sorgen, dass Migräneattacken seltener und vielleicht auch
"weicher" werden. Ganz vermeiden können Sie die
Migräne allerdings nicht. Doch auch dann wird Ihnen Hilfe
geboten. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe wirksamer Medikamente,
die einem Anfall schnell die Spitze nehmen, ihn auf diese Weise
erträglicher machen und auch schneller wieder abebben lassen.
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Nach aktuellen
Berechnungen gehen allein in den USA jährlich rund 112
Millionen Arbeitstage durch migränebedingte Arbeitsunfähigkeit
verloren. Geschätzter Verlust: rund 13 Milliarden Dollar.
Doch Vorsicht: Achten Sie darauf, nicht mit Kanonen auf Spatzen
zu schießen! Mit anderen Worten: Begnügen Sie sich
bei leichten bis mittelschweren Attacken mit einem rezeptfreien
Schmerzmittel und greifen Sie wirklich erst dann, wenn der Anfall
unerträglich zu werden droht, zu den rezeptpflichtigen
Medikamenten. Denn: Die meisten von ihnen können erhebliche
Nebenwirkungen zeigen!
Neigen Sie während der Migräneattacke zu Übelkeit
und Erbrechen, dann soll-ten Sie bei einem nahenden Anfall
vor dem Schmerzmittel ein verschreibungspflichtiges Mittel
gegen diese unerfreulichen Begleiterscheinungen nehmen. Ein
solches Antiemetikum steigert die Wirksamkeit des Schmerzmittels.
Der Grund: Es normalisiert die durch eine Migräneattacke
"gelähmte" Magen-Darm-Muskulatur in ihrer Beweglichkeit,
so dass das Schmerzmittel besser aus dem Magen weitertransportiert
und vom Darm aufgenommen werden kann, um von dort aus möglichst
schnell über die Blutbahn zu seinem Wirkort zu gelangen.
Damit das Schmerzmittel optimal wirkt, erst eine Viertelstunde
nach dem Antiemetikum einnehmen!
Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft gibt
zur medikamentösen Behandlung leichter bis mittelschwerer
Migräneanfälle folgende Empfehlung:
1.Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen
- Metoclopramid (20mg)
- Domperidon (20mg)
2.Schmerzmittel
- Acetylsalicylsäure* (1000mg)
- Paracetamol (1000mg)
- Ibuprofen (400mg)
Sofern Sie die Möglichkeit haben, sollten Sie sich während
des Migräneanfalls in ein ruhiges, abgedunkeltes Zimmer
zurückziehen, um schmerzverstärkende Sinneseindrücke
wie grelles Licht und Geräusche zu vermeiden.
Vielen hilft es, sich während eines Anfalls gezielt
abzulenken - beispielsweise durch das Hören von angenehmer
Musik oder das Visualisieren einer erfreulichen Situation,
beispielsweise eines Urlaubs.
Und auch das hilft: Schließen Sie die Augen und konzentrieren
Sie sich ganz auf Ihren Schmerz. Stellen Sie sich ihn als
eine große Kugel vor. Gelingt Ihnen das, dann sollte
es für Sie auch nicht schwierig sein, diese Kugel allmählich
zu einem winzigen Punkt schrumpfen und dann verschwinden zu
lassen.
*Acetylsalicylsäure ist der Wirkstoff
von Aspirin®.
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